Wer mich kennt, kennt mich als einen Mann der Sprache. Bücher, Zeitschriften, Webseiten - Text ist meine Welt. Oder war es zu mindestens ausschließlich sehr viele Jahre lang. Jetzt sehen Sie meine Bilder – und meine in jahrzehnte langer Erfahrung erworbene Routine ist nichts mehr wert.
„Ein Bild spricht eine ganz andere Sprache als die Sprache“, hat neulich eine lieber Freund von mir in einer Diskussion über Malerei und die Bedeutung von Bilder gesagt. Ich hätte es nie so schön sagen können. Aber der Mann ist schließlich auch Poet.
„Das unterscheidet die ästhetische Wahrnehmung von anderen Wahrnehmungsformen: „Im Wahrnehmen wird das Wahrnehmen selbst wahrnehmbar“ - so sagt zu mindestens Prof. Michael Bockemühl, Kunstprofessor der Uni Witten/Heidecke.
Diese Auseinandersetzung mit dem Wahrnehmungsprozess an sich, mit dem Bild, das sich der Betrachter von den Formen, von den Farben, von dem Malgrund und den Konnotationen macht – das ist auch mir in meinen Bildern wichtig – vielleicht bleibe ich da meiner ursprünglichen Profession als Medienjournalist treu.
Hier in der Macromedia-Akademie kann ich zwei Bilderwelten zusammenstoßen lassen, die scheinbar so ähnlich und doch so verschieden sind:
Auf der einen Seite, die inzwischen zumeist digitale Welt der Gebrauchsgrafik, die Welt des nützlichen Gestaltens, wo wir alle – Sie und ich – das Hohelied der Usability singen. Wo ein Bild einen genau umrissene Funktion erfüllen muss – die mit dem Kunden abgestimmt und im Projektplan festgehalten wurde.
Auf der anderen Seite die Welt der Kunst – viel weniger voraussetzungs-, aber auch nutzfrei – jedoch nicht sinnfrei – bereit, in einem Dialog mit ihnen, mit dem Betrachter zu treten.
Ich habe mich bemüht, mit Symbolen aus beiden Teilen der Bildwelten zu spielen und würde mich freuen, wenn Sie zu der einen oder anderen überraschenden Entdeckung gelängen.
(Auszüge aus der Rede bei 'Vernissage Quadrat')