Die Vernissage 'Zweiter Blick' ist jetzt zuende gegangen. Hübsche Lokation: Auf zwei Etagen mitten in Unterhaching. Und mit recht vielen Besuchern. So 150+ werden es wohl schon gewesen sein. Aber ich mache immer wieder die Erfahrung: Nichts ist sonderbarer als Vernissagen-Publikum.
Da sammelt man all sein Herzblut zusammen und hängt eine Ausstellung mit wundervollen Bildern - und dann muss der Künstler feststellen, dass er letztlich nur Anlass, nicht Grund für die organisierte Zusammenrottung von mehr oder weniger zahlungskräftigen Kulturniks ist.
Die Tatsache, dass man zu einem gemeinsamen Zweck zusammen gekommen ist, ist Grund genug für die gegenseitige Wertschätzung. Der Künstler - die Auseinandersetzung mit seinem Werk gar - ist bestenfalls eine Randerscheinung. In aller Regel allerdings nur Vorwand.
Selbst wenn sich jemand für die Bilder konkret interessiert: Die Diskussion geht eher in die Richtung "Haben Sie das auch in Grün? Meine Wohnungseinrichtung ist grün." Oder: "Ich habe eine neun Meter hohe Wand. Können Sie den Holzschnitt auch neun Meter hoch machen?"
So kam ich mir auch dieses Mal in Unterhaching einmal mehr vor wie im falschen Film befindlich - aber ich befürchte, dieses Gefühl ist veranstaltungsimmanent. Denn ich will ja nicht undankbar sein. Die raren Gespräche mit richtig und wirklich Interessierten (Ihr wißt, dass Ihr gemeint seid!) trösten dann doch völlig über den einen oder anderen Ignoranten hinweg....