Thursday, September 18. 2008
 "Arm und Reich" heißt die Ausstellung im Münchner Gewerkschaftshaus, organisiert vom Verband Bildender Künstler in Ver.di, für die ich diesen Holzschnitt entworfen habe. Es ist der größte, den ich in meinem bisherigen Leben gemacht habe: 126 Zentimeter hoch und 60 Zentimeter breit.
Formal spiele ich mit Typografie und einem arbeitenden (?) Menschen, der mit der Bettelschale herumgeht. Das Wort "Mindestlohn" habe ich in missverständlich so getrennt, dass ein Sinn herauskommt. Es geht um "Mind", also den Gedanken, die Erkenntnis, das Bewußtsein. Und um den Lohn dieses Gedanken. Vielleicht ist auch das Nachdenken über den Lohn der Arbeit das, was dahinter steht. Der Druck soll zum Nachdenken über Begrifflichkeiten anregen.
Meine Inspiration bekam ich von einem Holzschnitt von HAP Grieshaber zur Bundestagswahl 1972 ("Ich bin Demokrat"), auf dem unter anderem eine SPD-Fahne zu sehen ist - was ich dann schon sehr putzig fand ...
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Friday, May 2. 2008
 This new print of mine is a "lost" linocut. Its a five colour linoleum cut, but I have used only one plate of linoleum: Cutting, Printing, then cutting again and so forth. Into the top of the plate I have inserted two nails, so the second, third .... print goes onto the identically part of the paper - because of the holes, the nails has made into the paper.
The base of this print is a photo, shot within the riots of kenya at the beginning of 2008. The boy - not older than 15, 16 years - is so proud for his machete. Why seed the leaders in the heads of their children so much blazing hatred?
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Tuesday, September 4. 2007
 Es ist einer meiner kleinsten Linolschnitte, die ich je gemacht habe (einer meiner kleinsten Mehr-Farben-Schnitte in jedem Fall). Mit 10 x 12 Zentimeter ist er wirklich winzig. Allerdings ist er relativ schwer zu realisieren gewesen, eben weil man sehr genau arbeiten muss, um alles so hin zu bekommen, wie man sich das so vorstellt.
Ich habe im ersten Anlauf den Schnitt auf gelbes Papier-Flies gedruckt, weil es so schön saugfähig ist (und weil ich das gelb als Hintergrundfarbe lebendiger finde als das nackte Weiß des normalen Papiers. Es hat nicht in erster Linie mit der chinesischen Diktatur zu tun, nichts mit Tibet und auch nichts mit dem Platz des himmlischen Friedens. Oder nein: Doch, es hat etwas damit zu tun.
Der devote Mann, reduziert auf seine Körperlichkeit, sein Kopf im Dunkeln versunken ist für mich das Erschreckenste Symbol einer Diktatur: Die Bereitwilligkeit der Unterwerfung, die Lust an der Submission unter die Macht der Herrschenden.
Nicht umsonst arbeite ich gerade an einer Erweiterung, in der ich viele, viele Untertanen zusammen drucken will. Das erste hakenkreuzähnliche Motiv ist hier als Druck-Skribble zu sehen:
Continue reading "Der Untertan (Linolschnitt)"
Monday, June 18. 2007
Ein Vier-Farben-Linolschnitt ist es, der auf einem Agenturfoto basiert. Im Vordergrund das Kindergesicht des Mörderlehrlings, im Hintergrund ein Killergeselle.
Dieses Bild habe ich jetzt nochmal mit sechs unterschiedlichen Basisfarben auf einen 100x70-Bogen gedruckt (insgesamt also ein 35-Farben-Linoldruck !), um die Verzweiflung und vor allem die Internationalität des Problems zu zeigen. Ich werde es fotografieren, wenn ich eine funktionierende Digitalkamera in Händen halte.
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Saturday, March 17. 2007
 Auch wenn die Anerkennung der Alt-Immigranten jetzt durch ist: Noch immer fristen tausende von Illegalen in Deutschland Ihr Leben. Untergetaucht, aus Angst vor Polizei und Abschiebung. Dieses sich Anpassen an Alles, die Unterwerfung unter die Ausbeutung - das ist Thema dieses Holzschnitts.
Continue reading "Die Maske des Illegalen (Holzschnitt)"
Monday, November 13. 2006
 Es ist die Fortsetzung der Vier harmlosen Rechtecke. Auch diesmal die Frage: "Wie entsteht Faschismus in Deutschland"? Der Faschismus, so meine These, das sind nicht die Faschisten, sondern er stammt aus der Mitte der Gesellschaft und entsteht Schritt für Schritt.
Continue reading "Quadrat und Dreieck, harmlos"
Wednesday, November 8. 2006
 Ein Holzschnitt, entstanden aus drei Farbstempeln. Er basiert ebenso, wie Das Fleisch schlägt auf in den Vorstädten auf den Aufständen der Jugendlichen in den Pariser Vorstädten vom Frühjahr. Auch hier wieder war ein Pressefoto Basis der Umsetzung.
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Thursday, November 2. 2006
  Stacheldraht aus einer DIN-A2-großen Linolplatte zu schneiden ist für Masochisten und andere Künstler.... Auf einer zweiten unbearbeiteten Platte habe ich versucht, den Himmel trüb-grau abzubilden. Die ersten Versuche waren viel zu satt, erst als ich mit ganz wäßrigen Farben experimentiert habe kam sowas raus, wie hier zu sehen ist. Wichtig dabei: Nicht mit der Walze, sondern mit dem Pinsel die Farbe auf die nackte Platte zu übertragen.
Es ist im Auge des Betrachters, ob es ein Blick aus einem Gefängnis heraus ist - oder ein Grenzzaun, der den Betrachter nicht hineinläßt. Der Stacheldraht trennt die Welten - gewalttätig sind die Drahtzieher.
Wednesday, November 1. 2006
 Mein bisher größter Schnitt: 70 mal 50 Zentimeter groß. Basis dieses Holzschnitts ist ein Agenturfoto.
Durch das Splittrige des Bretts entsteht in Zusammenwirken mit dem Stoff, auf den ich gedruckt habe, die ganz eigene, düstere Atmosphäre, die zudem durch das drohende Rot als zweite Druckfarbe verstärkt wird. Der Stoff findet sich in der zentralen Figur des Bilds, der fliehenden Frau, wieder, das zugrundeliegende Holz in den Bäumen und Sträuchern im Hintergrund. Motiv und Material gehen dadurch eine Symbiose ein und holen das abstrakte Elend in dieser von der Welt vergessenen Ecke Afrikas in die Motiv-Wirklichkeit des Betrachters.
Original: Google Earth maps out Darfur atrocities
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Saturday, September 30. 2006
 Der Haß, der den (vermeintlich oder tatsächlich) Herrschenden aus den Vorstädten entgegenschläft, ist Thema meines Drei-Farben-Holzschnitts. Basis war hier ein Agenturfoto, das Pariser Jugendliche vor brennenden Autos gezeigt hat. Mit 60 Zentimetern Länge ist das eines meiner größten Holzschnitte bisher. Das es nur drei Farben braucht, um die Aussage rüberzubringen, hat mich im Nachhinein besonders fasziniert.
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