Sunday, February 14. 2010
 Internet Wirtschaft: Schöne neue Arbeitswelt (Linolschnitt, Klick macht das Bild groß) Dieser Linolschnitt schließt sowohl thematisch als auch formal an den Holzschnitt Mindestlohn ("Mind-est-lohn HAP SPD") an, den ich vor einiger Zeit geschnitten habe.
Beide Schnitte sind auf Stoff gedruckt - "Mindestlohn" lief monatelang in einer Gewerkschaftsausstellung durch verschiedene bayerische Städte. Inzwischen bin ich sehr stolz, sagen zu können, dass der Landesbezirk Bayern von Verdi den Druck angekauft hat. Er hängt nun in München im Gewerkschaftshaus.
"Internet-Wirtschaft" setzt sich mit den Veränderungen auseinander, den die Gruppe der Lohnabhängigen unterworfen ist. Da gibt es die Malocher. Da gibt es die Arbeitslosen, Bier trinkend in den Straßen-Schenken. Da gibt es die kaum zu sehenden Illegalen und auch die Faulen. Und es gibt die Mac-Bewehrten** Überflieger, deren Arbeitsleben in einem anderen Taktschlag verläuft, und die sich dennoch nicht lösen können. Die Überwachung gibt es auch - durchgeführt natürlich ebenfalls von tariflich bezahlten Arbeitnehmern - nicht erst seit der Spitzeaffären bei Deutscher Bahn und Telekom ein Thema.
Für diesen Schnitt habe ich mir eine neue große fette Rolle Zeichenpapier kaufen müssen - ich hatte schlicht nichts, auf das ich meine Testausdrucke hätte machen können - so gross ist der Schnitt geworden. Mit 200 mal 100 Zentimeter ist dieser Maloch (oder Moloch?) mein bislang größtes Werk. Er lag wochenlang bei mir zuhause in meinem Zimmer auf dem Fussboden. Man kann also sagen, ich habe diesen Druck bewohnt.... Aber dazu ist Linoleum ja auch da.
Internet-Wirtschaft: Schöne neue Arbeitswelt, Linolschnitt auf Leinwand, auf Keilrahmen gespannt, 200 x 100 Zentimeter, 950 Euro
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Tuesday, February 9. 2010
 Ein Linolschnitt für mein neues Buch, dass in meinem neuen Verlag Edition Einhorn erschienen ist: "" Nur das halbe Leben - Geschichten aus der Arbeitswelt. 40 Jahre Werkkreis Literatur der Arbeitswelt"".
Monday, February 8. 2010
 Das dritte Kalenderblatt für 2011. Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst. Unsere Schiffe gehen unter, aber wir gehen erst einmal baden - und das ist gut so...
Sunday, February 7. 2010
  Das zweite Kalenderblatt für 2011. Der Kampftag der Arbeiterklasse ist der erste Mai. Aber nicht alle können oder wollen daran teilhaben. Die Spaltung ist tief.
Saturday, February 6. 2010
  Das erste einer Serie, aus dem ich eine Kalender-Edition für 2011 machen will.
Der April macht was er will: Mal geht die Konjunktur nach oben, mal nach unten. Mal klettert man, mal fällt man in die Arbeitslosigkeit, wenn die Konjunktur-Blubberblasen platzen.
Thursday, February 4. 2010
  Das Thema heisst nicht nur Bodyscanner. Der Einzelne: ausgeliefert, ausgegrenzt, ausgebeutet - oder: entkleidet von Unterordnung, Bevormundung und Zwang?
So das Thema der Ausstellung im Kunst-Pavillon München 2009.
 Nie war der Mensch nackter als heute: Kaum mit einem Hemd bekleidet landet er als Flüchtling auf dem europäischen Kontinent. Und die, die schon da sind, werden ausgezogen, unter den Nacktscanner gestellt, mit biometrischen Techniken und Hartz-IV-Kontrolleuren entblößt. Gleichzeitig sind die Chancen für die Emanzipation des Einzelnen von dem Korsett gesellschaftlicher Unterordnung so groß wie noch nie in
der Geschichte. Die Ausstellung "Der nackte Mensch" im Kunstpavillion München arbeitet diesen
dialektischen Gegensatz künstlerisch auf. Ich habe dazu einen Linolschnitt gemacht - erst einen Entwurf, dann das Original.
Das Original ist jetzt sehr viel grösser als die 30 x 15 Zentimeter, die dieser Drei-Farben-Schnitt gross sind. Nämlich 2 x 1 Meter.
Thursday, February 4. 2010
 
Eine neue Art des Holzschnitts für mich: Rund 50 Zentimeter hoch und jede Seite zirka 20 Zentimeter dick ist der Block aus Lindenholz gewesen, den ich mir bei Boesner besorgt habe. Darauf habe ich eine Nachfolge-Version meiner "Schönen neuen Internet-Arbeitswelt" geschnitten und fortlaufend diesen gesamten Block insgesamt zweimal abgedruckt. Herausgekommen ist dieser Fries.
Die moderne Gesellschaft ist so ganz anders als die Arbeitswelt der historischen Ägypter, die diese auf Friesen in ihren Pyramiden verewigt haben. Tatsächlich? Der Holzschnitt setzt sich mit der Gleichförmigkeit des Menschen in der modernen Arbeitswelt auseinander - und mit der Trennung der arbeitenden Gesellschaft zwischen die schnelle, neue Internet-Wirtschaft und die Anderen, die Normalen - die Gewinner der Arbeitsplatz-Lotterie, die zunehmend zu den Verlierern werden.
Holzschnitt auf Papier, 50x180 cm, 100 Euro
Holzschnitt auf Leinwand, 210x50 cm 200 Euro
Monday, February 1. 2010
  "Arm und Reich" heißt die Ausstellung im Münchner Gewerkschaftshaus, organisiert vom Verband Bildender Künstler in Ver.di, für die ich diesen Holzschnitt entworfen habe. Es ist der größte, den ich in meinem bisherigen Leben gemacht habe: 126 Zentimeter hoch und 60 Zentimeter breit.
Formal spiele ich mit Typografie und einem arbeitenden (?) Menschen, der mit der Bettelschale herumgeht. Das Wort "Mindestlohn" habe ich in missverständlich so getrennt, dass ein Sinn herauskommt. Es geht um "Mind", also den Gedanken, die Erkenntnis, das Bewußtsein. Und um den Lohn dieses Gedanken. Vielleicht ist auch das Nachdenken über den Lohn der Arbeit das, was dahinter steht. Der Druck soll zum Nachdenken über Begrifflichkeiten anregen.
Meine Inspiration bekam ich von einem Holzschnitt von HAP Grieshaber zur Bundestagswahl 1972 ("Ich bin Demokrat"), auf dem unter anderem eine SPD-Fahne zu sehen ist - was ich dann schon sehr putzig fand ...
Nachtrag: Verdi München hat den Druck auf Stoff inzwischen angekauft.
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Sunday, November 1. 2009
 Mein bisher größter Schnitt: 70 mal 50 Zentimeter groß. Basis dieses Holzschnitts ist ein Agenturfoto.
Durch das Splittrige des Bretts entsteht in Zusammenwirken mit dem Stoff, auf den ich gedruckt habe, die ganz eigene, düstere Atmosphäre, die zudem durch das drohende Rot als zweite Druckfarbe verstärkt wird. Der Stoff findet sich in der zentralen Figur des Bilds, der fliehenden Frau, wieder, das zugrundeliegende Holz in den Bäumen und Sträuchern im Hintergrund. Motiv und Material gehen dadurch eine Symbiose ein und holen das abstrakte Elend in dieser von der Welt vergessenen Ecke Afrikas in die Motiv-Wirklichkeit des Betrachters.
Original: Google Earth maps out Darfur atrocities
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Monday, September 14. 2009
   Im Werkkreis Literatur der Arbeitswelt arbeitet die Künstlerin Gabi Anders. Aus deren Roman "Weißschwarz" (Magie-Verlag, 121 Seiten, 10 Euro, ISBN 3-936583-09-9) habe ich zwei Linolschnitte realisiert.
In diesem Roman lernet der Leser eine Frau kennen, die kompromisslos unabhängig leben will, die sich in den Beziehungen zu Männern und in den politischen Auseinandersetzungen der 70er und 80er Jahre einen eigenständigen Weg sucht.
Das Gedicht "Kommunistenluder" hat mich zu diesem ersten Linolschnitt inspiriert:
Früher einmal
Ging ich jede Nacht aus
Verabredet mit der Welt
Führte ich ein wildes Leben
Der lange seidige Rock
Umspielte meine Hüften
Während ich Lenins Imperialismustheorie
Diskutierte un danach
in Wirtshäusern verschwand
Früher einmal
Brauchte ich
Eigentlich nichts zum Leben
Wenn mich nur keiner Fräulein nannte
Die erste am Morgen
Obwohl mich die Kälte vor dem Betriebstor biss
(russische Winter stelle ich mir schrecklich vor)
Mahnwache stehen und Faschisten jagen
Am Sonntagabend Anweisungen geben
Für die kommende Woche
Während ein Genosse schlief
Bot ich dem Wind die Stirn
Heute
Sitze ich still an meinem Schreibtisch
Lausche dem fernen Autolärm und
Dem Gekreisch der Katzen vor dem Haus
Den Tag hinter mich bringen
Ohne Termin
Schweigend einen Namen formen
Von einem
Der nicht kommt
Als wäre ich
Nicht ich
Der zweite Schnitt Weiss-schwarzes Paar in italienischem Dorf bezieht sich auf einen Beziehungsstreit zwischen Mann und Frau, der auf einer Italienreise stattfindet.
Ich hoffe ich habe den männlich-weiblichen Antagonismus getroffen ....
Beide Linolschnitte sind 14x17 Zentimeter groß und in einer Auflage von 25 Exemplaren gedruckt.
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